Blick auf die Herrmannsgrube
Der Kleingärtnerverein ”Herrmannsgrube e.V.” stellt sich vor
An der Herrmannsgrube liegt einer der größten Vereine unseres Bezirksverbandes. Die Größe ist an der Parzellenzahl
gemessen und nicht an der Fläche in m². Alle 149 Parzellen sind vergeben und der Vorstand kann jährlich die
finanziellen Verpflichtungen erfüllen.
Der Verein hat eine interessante Tradition
Der Verein besteht nachweislich seit 1951. Seine Geschichte beginnt schon Ende des 18. Jahrhunderts, als in Berlin
durch den Zuzug vieler Menschen der Mietkasernenbau mit den Hinterhöfen unersättliche Mengen an
Hartbrandziegelsteinen forderte. Ein Herr Mäcker baute die Ziegelei und hinterließ den Mäckersee und einige
Tongruben sowie sein Wohnhaus in der Steinfurther Strasse 43.
(jetzt Feuerlöscherservice Senst).
Nach dem 1.Weltkrieg pachtete der Kantinenbesitzer des Messingwerkes Herr Herrmann eine von diesen Gruben und
züchtete dort Karpfen.
Seitdem gibt es die „ Herrmannsgrube“
Bereits im Hungerwinter des 1. Weltkrieges 1917 gab
der Messingwerkbesitzer Herr Hirsch das Land um die
Herrmannsgrube an seine Mitarbeiter kostenlos frei.
Es wurden Kartoffeln, Gemüse und Futter für Tiere
angebaut. Das Land rings um die Grube bestand aus 
feuchten Wiesen und urigen Weiden.
Einer der ersten Gartenbauern, der begann diese
Wiesen für Gartenland zu gewinnen, war der
Werkmeister Otto Baaz. Sein Enkelsohn, der ebenfalls
Otto Baaz heisst, und seine Schwester Adelgund
Baaz, finden noch heute Drainagerohre in ihren
Gärten, die der Großvater damals verlegt hat.
In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen
wurden die Gärten vorwiegend als Ackerland für die
Futtergewinnung genutzt.
Gebadet wurde in der Herrmannsgrube nicht. Das
Wasser wurde zum Bewässern herangeschleppt.
Gründung
Sofort nach dem 2. Weltkrieg wurden wegen der katastrophalen Versorgung die Flächen als Gärten vergeben.
Etwa im Jahr 1950 verlangte die Stadt Finow für das bis dahin kostenfreie Land einen erheblichen Pachtzins. So kam
es, dass die Messingwerker sich zusammenschlossen und mit Hilfe der damaligen Potsdamer Landesregierung die
Kleingartensparte  „Herrmannsgrube“ im Jahr 1951 gründeten. Der erste Vorsitzende hieß Herr Buckow.
Die weitern 6 Vorsitzenden bis zu meiner Verantwortungszeit sind mir bekannt und in den umfangreichen Unterlagen
und Bildern zur Chronik nachweislich.
Bei Gründung der Sparte wurde 1 Pfennig pro m² Pacht gefordert.
Bereits Ende der 50 er Jahre, als die Versorgungslage sich verbesserte, wurden Gärten frei und wurden von anderen
als Zweitgarten übernommen.
In den 60 er Jahren trat mit der Entwicklung der DDR auch eine Wandlung in der Nutzung der Gärten ein. Diese
wurden mehr und mehr zu Erholungsorten ausgebaut. Der Anbau von Kartoffeln und Rüben ging zurück und Blumen,
Obst und Rasen wurden vorgezogen. Die Herrmannsgrube wurde als ideales Badeobjekt entdeckt.
Freizeitgestaltung
Da die Reisemöglichkeiten für die Bürger stark eingeschränkt wurden, verlegten viele Kleingärtner ihre
Freizeitgestaltung für die ganze Familie in ihren Garten. So sind viele von den heutigen Pächtern seit ihrer Kindheit in
mit ihren Gewohnheiten von damals als Gärtner nach dem Bundeskleingartengesetz tätig.
Die 70 er und die 80 er Jahre waren durch den VKSK als Kreisorganisation mit der Zielstellung zu höchster Erzeugung
von Obst und Gemüse zur Deckung der Mangelerscheinungen bei der Bevölkerungsversorgung geprägt.
Subventionierte Abgaben und zugkräftige Prämien für die Sieger eines Wettbewerbes orientierten auf den maximalen
Anbau und die volle Nutzung der gepachteten Fläche.
Schaffung weiterer Erleichterungen und Gestaltung der Lauben
In diesen Jahren wurde die Wasserleitung von der Ziegelei herüber gezogen und weiter von Parzelle zu Parzelle
gestückelt. Leitungsmaterial war Mangelware, aber man hatte es.
Auch der elektrische Strom wurde 1982 mit Sondergenehmigung und Einschränkung auf 200 Watt pro Garten
ermöglicht. Mit hohem Leistungsaufwand und erheblichen Finanzen haben die damaligen Pächter das E-Netz
stabilisiert.
Diese Vorzüge des Trinkwassers und der Elektroversorgung sowie die Vorzüge durch die Grube, den Finowkanal und
den Durchstich zum Mäckersee brachten stets die Nachfrage nach einem freien Garten.
Die Entwicklung zu immer wohnlicheren Gartenhäusern war trotz der damaligen Mangelwirtschaft nicht aufzuhalten.
Auch Erlasse der Regierung zur Einsparung von Baumaterialien und Vorbote bei Engpassmaterial für den
Eigenheimbau konnten den Ausbau und die Verschönerung der Lauben nicht aufhalten.
Nach der Einheit Deutschlands
Die Entwicklung der Kleingärtnerziele beschleunigte sich mit der Einheit Deutschlands und der Umstellung auf das
Bundeskleingartengesetz. Auch der Verein „Herrmannsgrube”. wurde neu geordnet. Der gebildete Bezirksverband
Eberswalde und Umgebung sowie der am 24.6.1990 gegründete Landesverband Brandenburg der Kleingärtner
vermittelten das neue Pachtrecht und das neue Vereinsrecht. Wir sind also nicht mehr die Sparte, sondern der
Kleingärtnerverein „Herrmannsgrube  e.V”.
In die Zukunft schauen
Die Entwicklung des Kleingartenwesens geht weiter. Die
heutigen Pächter unseres Vereins können sicher in die
Zukunft schauen, weil wir Dauerkleingartenanlage sind
und im Jahr 2007 einen modernen Pachtvertrag über den
Verpächter (Bezirksverband) zum Bodeneigentümer
(Stadt Eberswalde) geschlossen haben.
 
Der Vorstand jetzt
Auf dieser Grundlage hat der Vorstand auf der Mitgliederversammlung am 9.5.2009 eine außerordentliche
Erfolgsbilanz abgerechnet und die Entlastung für den abgelaufenen Zeitraum einstimmig erhalten.
So wurden auch die für die verantwortungsvollen Funktionen angetretenen Gartenfreundinnen und Gartenfreunde
einstimmig gewählt.
Text: Josef Taube, Fotos: Peter Friedrich
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