Aus den Anfängen
In den Jahren 1947 bis 1948 begannen einzelne Aktive das Land herzurichten, um Obst und
Gemüse anzubauen, denn nach dem Krieg war es notwendig, den Hunger zu stillen. Dies
geschah auf dem Gelände der Reichsbahn, wo von 1940 bis 1945 ein Gefangenenlager war,
in dem Menschen vieler Nationen zur Zwangsarbeit verurteilt worden waren.
So entstand mit den Jahren die Kleingartenanlage. Doch auf diesem Weg mussten unter
anderem die Baracken des Lagers abgerissen werden. Durch unseren Hauptweg wurde vom
Bahndamm zum Gaswerk über Kleinbahnschienen Kohle transportiert. Die entstehende
Schlacke wurde in die Anlage gekippt, wodurch eine hügelige  Landschaft entstand. Dies
wurde von den neuen Landpiepern, so wurden unsere Vorfahren genannt, Stück für Stück
begradigt, Boden aufgetragen und zum Gartenland hergerichtet. 
 
Die ersten Kleingärtner
Zu den ersten 19 Kleingärtnern gehörten die Freunde Spiegel, Rückmann, Burmeister, Tews,
Mantei, Wendt, Köller, Fürst, Müller, Hecht, Janke, Raddaß, Heise, Struck, Kück und
Albrecht, um  nur einige zu nennen. Jeder nahm sich das Stück Land was ihm am besten
gefiel, was auch gleichzeitig der Grund für unsere heutige Aufteilung der Gärten ist.
Schließlich wurden Zäune gebaut und später auch ein Außenzaun um die Anlage. Dazu
wurden Betonpfähle in harter Arbeit aus den Bunkern und Splittergraben ausgegraben und
als Zaunpfähle genutzt. So entwickelte sich die Anlage Schritt für Schritt zu einem
Gartenverein mit dem Namen Kleingartenverein „Zur Sonne“. Er unterstand bis Anfang der
70iger Jahre der RBD Greifswald und die Pacht betrug 19 Pfennig je Quadratmeter.
Der Vorstand im Bild
Vorstand nach der Wahl
Der Vorstand
Der erste Vorsitzende war Werner Schulz, sein Stellvertreter Ernst Müller und Gustav Spiegel
war für die Finanzen verantwortlich. Anfang der 70iger Jahre gaben sie schrittweise ihre
Funktionen ab und es kam eine neue Generation zu der unter anderem die Freunde Stock,
Hobein, Rückmann, Amonat, Völker, Reetz, Böhme, Hartung, Wrobel, Böhmer, Päpke,
Peters, Stolle, Nuglisch und Brandt gehörten. Zu den ältesten Mitgliedern des Vorstandes
gehört Arno Rückmann. In den 60iger Jahren wurde als erstes gemeinsames Werk das
erste Vereinshaus gebaut. Als Wasserleitungen wurde die Leitung des ehemaligen Lagers
genutzt, was bis heute noch geschieht. Beim Bau des Pumpenhauses waren die
Gartenfreunde Peters, Stolle, Kamke, Vorsitzender von Karls-Ruh, Spiegel und Müller sehr
aktiv. Dazu mussten die Mitglieder 60 Mark Umlage einzahlen, welche bei der Abgabe des
Gartens wieder zurückgezahlt wurden.
Die weitere Entwichlung
1981 wurde der Beschluss gefasst, die Anlage mit Strom zu versorgen. Dies war besonders
schwer und machte viel Mühe, insbesondere die Beschaffung von Kabel. Dazu schrieb der
Vorstand an viele Betriebe Bettelbriefe, bis einschließlich die fehlenden 100 m Kabel vom
Kabelwerk Oberspree gesponsert wurden. Für jeden der mitarbeitete betrug die Umlage 200
Mark und die anderen mussten 100 Mark dazu bezahlen.
Ebenfalls wurde in den 80iger Jahren dafür gesorgt, dass alle die es wollten ans
Trinkwassernetz angeschlossen wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren lediglich
2 Zapfstellen vorhanden.
Auch wurde der Bau eines neuen Vereinshauses beschlossen. Da kein Material zur
Verfügung stand, kauften wir 2 Lauben/B22, zusammengesetzt als Vereinshaus.
Seit den 60iger Jahren gehören wir dem Bezirksverband an. Viel Unterstützung erhielten wir
vom ehem. RAW Eberswalde, welches Material bereitstellte und bei der Gestaltung von
Gartenfesten half. Um der Forderung nach mehr Kleingärten nachzukommen, wurden die
großen Gärten geteilt und somit stieg die Anzahl von 82 auf 95 Parzellen.
Viele Aktivitäten
Nach mehr als 30 Jahren Vorstandsarbeit wurde Heinz Stock aus gesundheitlichen Gründen
und aufgrund eines Umzugs aus der Anlage verabschiedet. Peter Böhmer wurde
anschließend Vorsitzender, doch dieser verstarb leider viel zu früh. Nach über 30 Jahren
Stellvertreterarbeit leitet nun schließlich seit 1998 Heinz Amonat die Geschicke des
Gartenvereins. Die Leistungen der letzten Jahre können sich doch durchaus sehen lassen.
Wir haben 1998 den Hauptweg instand gesetzt, ein neues Tor am Haupteingang und am
Bahndamm eingebaut, das Dach des Vereinshauses neu gemacht, die Schaltkästen der
Elektronikanlage neu installiert, die Brauchwasseranlage am Kanal neu eingezäunt, ein
Nordtor neu gesetzt, den Zugang zum Bahndamm verschließbar gemacht und die
Sanitäranlage wurde fertig gestellt. Das nächste Problem ist die veraltete
Brauchwasserleitung, die wir aber nicht ersetzen können, da es unsere finanziellen Mittel
derzeit nicht erlauben.
So liebe Gartenfreunde, das war ein Rückblick auf 60 Jahre Kleingartenanlage „Zur Sonne“.      
Nach der Wende
Probleme bekamen wir nach der Wende 1989, denn nun war auf einmal alles anders. Wir
sollten kein elektrisches Licht und kein Trinkwasser mehr bekommen und zusätzlich nicht in
den Lauben wohnen dürfen. Es wurde eine Gartenordnung ausgearbeitet und unsere Lauben
erhielten Bestandsschutz.
Hatten wir in der DDR die Aufgabe auf 100 m² 100 kg Obst und Gemüse zu ernten, gilt jetzt
1/3 Rasen, 1/3 Gartenland und 1/3 Bebauung.
Haupteingang
Text übernommen aus
Haupteingang Arno Rückmann
Arno Rückmann
Vereinshaus
Vereinshaus Gartenansicht
Gartenansicht
Gartenansicht
Gartenansicht